www.Der-Mond.de
Die Faszination des Mondes
URL der ausgedruckten Seite:
https://www.der-mond.de/mondbeobachtung/sightseeing-tour
Ausdruck vom08.08.2026
Skip to main navigation Zum Hauptinhalt springen Skip to page footer

Sightseeing-Tour - Von Neumond bis Neumond

Der Mond zeigt uns stets dieselbe Seite, da er für eine Umdrehung um seine eigene Achse genauso lange braucht wie für eine Umrundung der Erde: 29,5 Tage. Der Neumond markiert den Beginn des Mondzyklus, der am 7. Tag im ersten Viertel, am 14. Tag beim Vollmond und am 22. Tag im letzten Viertel erreicht wird. Diese Tage entsprechen gleichzeitig dem Mondalter. Beobachtungsführer helfen dabei, herauszufinden, an welchem Tag nach dem Neumond bestimmte Strukturen besonders gut sichtbar sind. Häufig endet der Zyklus am 14. Tag (Vollmond), da sich die Beleuchtung zu diesem Zeitpunkt umkehrt. Ein Krater, der am 7. Tag gut sichtbar ist, wird auch am 22. Tag in ähnlicher Beleuchtung erscheinen.

Um sich auf der Mondoberfläche besser zurechtzufinden, empfiehlt es sich, eine Mondkarte zu nutzen. Besonders hilfreich sind Karten, die das Bild aus der Perspektive Ihres Teleskops darstellen. In einem Linsenteleskop mit Zenitspiegel ist das Bild aufrecht, aber seitenverkehrt, während es in einem Newton-Teleskop auf dem Kopf steht. Glücklicherweise bieten moderne Quellen in der Regel beide Darstellungen an. Im Fernglas oder einem Teleskop mit Amici-Prisma wird der Mond genauso orientiert angezeigt wie mit bloßem Auge. Einige Karten stellen wir Ihnen in diesem PDF zur Verfügung. Es gibt neben Atlanten auch spezielle Beobachtungsführer, die Tipps für jede Mondphase geben.

Interessanterweise zeigen viele Karten nur etwa 60 Prozent der Mondoberfläche. Da der Mond eine elliptische Bahn um die Erde zieht, ist seine Geschwindigkeit nicht konstant, sodass wir gelegentlich einen Blick über den Rand werfen können und Gebiete sehen, die normalerweise verborgen bleiben würden. Diesen Effekt nennt man Libration – eine scheinbare Nickbewegung des Mondes.

Im Folgenden möchten wir einige der schönsten Mondformationen nach Mondalter sortiert vorstellen. Wir beginnen mit dem Mond, der drei Tage alt ist. In den ersten beiden Tagen nach Neumond ist die Mondsichel so dünn und nahe der Sonne, dass sie oft schwer zu erkennen ist. Starten Sie mit einer Vergrößerung, bei der Sie den gesamten Mond überblicken können, und vergleichen Sie den Anblick mit Ihrer Mondkarte. Orientieren Sie sich an den großen Mondmeeren, die als hilfreiche Landmarken dienen. Mit dieser Orientierung können Sie auch die kleineren Krater finden und bei einer höheren Vergrößerung besser wiederentdecken.

Jetzt können Sie mit Ihrer Beobachtung beginnen. Wir starten, wenn der Mond drei Tage alt ist.

Mondalter - 3. und 16. Tag

Der junge Mond zeigt seine dunkle Seite im Teleskop, beleuchtet vom Erdschein. Besonders das Mare Crisium ist auffällig, mit Geisterkratern und dem Picard-Krater. Die Libration lässt verborgenes Terrain sichtbar werden.

Mondalter - 4. und 17. Tag

Die Mondsichel ist am Abendhimmel sichtbar, und das Mare Fecunditatis wird deutlich. Im Norden sind die Krater Atlas und Hercules zu sehen. Das Mare Frigoris zeigt seine bogenförmige Form, ein Zeichen seines hohen Alters.

Mondalter - 5. und 18. Tag

Während der Terminator wandert, kommen Mare Frigoris, Serenitatis und Tranquilitatis in Sicht. Die Krater Theophilus, Cyrillus und Catharina sind deutlich sichtbar, mit auffälligen Wällen und unebenem Boden, besonders im Süden.

Mondalter - 6. und 19. Tag

Die Meere Ruhe und Heiterkeit sind jetzt vollständig sichtbar. Im Norden erregen Aristoteles und Eudoxus Aufmerksamkeit. Auch die Ariadaeus Rille, 220 Kilometer lang und 4,5 Kilometer breit, ist erkennbar.

Mondalter - 7. und 20. Tag

Der Halbmond zeigt das Mare Frigoris und die Gebirgsketten der Alpen und Apenninen. Der Krater Aristillus ist beeindruckend, ebenso wie die riesige Kraterlandschaft von Ptolemäus, das Zentrum des Mondes, das jetzt sichtbar wird.

Mondalter - 8. und 21. Tag

Über die Hälfte des Mondes ist erleuchtet, der Terminator zeigt interessante Ziele wie den Krater Plato mit seinen 100 km Durchmesser und Eratosthenes, der von den Apenninen überragt wird. Tycho ist bei Vollmond mit Strahlen sichtbar.

Mondalter - 9. und 22. Tag

Die Westhälfte des Mondes wird zunehmend sichtbar. Der Krater Copernicus, 93 km groß, hat einen terrassierten Rand. Im Süden ist Clavius mit seinen 225 km und den Kratern Porter und Rutherford sehenswert.

Mondalter - 10. und 23. Tag

Der Mond wird voller, der Terminator zeigt das Mare Imbrium und die Regenbogenbucht Sinus Iridum. Kepler, ein 35 km großer Krater mit Strahlen, ist sichtbar. Die Dome im Osten sind nur bei starkem Teleskop zu erkennen.

Mondalter - 11. und 24. Tag

Der Mond zeigt nun vor allem die westliche Hälfte. Im Norden kann man den Krater Harpalus und im Süden Aristarchus, den hellsten Krater, mit seinem Strahlennetz beobachten. Das Schröter-Tal ist ebenfalls gut zu sehen.

Mondalter - 12. und 25. Tag

Kurz vor Vollmond werden nur noch wenige Details sichtbar, der Krater Grimaldi und Riccioli sind an der Westgrenze erkennbar. Auch die Krater Schickard, Wargentin und der Doppelkrater Nasmyth-Phocylides im Süden sind interessant.

Mondalter - 13. und 26. Tag

Kurz vor Vollmond erscheint der Mond fast vollständig erleuchtet. Die Strahlen von jungen Kratern sind sichtbar. Auch die Unterteilung in helle Hochebenen und dunkle Meere ist leicht zu erkennen, vor allem nahe Grimaldi.

Mondalter - 14. und 27. Tag

Der Vollmond überstrahlt die meisten Sterne und ist kein ideales Beobachtungsziel. Doch junge Krater wie Tycho, Copernicus und Kepler mit ihren Strahlensystemen sind gut sichtbar, ebenso wie die Mondmeere. Einige bekannte Krater erscheinen in neuem…